(Online-Artikel.de) – Wie Prostitution wirklich läuft und wer verdient daran eigentlich am meisten?
Das Älteste Gewerbe der Welt, oder auch horizontales Gewerbe genannt, ist nach wie vor ein sehr lukratives Geschäftsfeld. Doch wer verdient daran eigentlich und über wie viel Geld sprechen wir? Es gibt ganz einfach eine große Nachfrage nach käuflicher Liebe. Das ist Fakt und Realität.
Prostitution in Deutschland ist ein Milliardengeschäft
Die geschätzte Zahl der in Deutschland tätigen Prostituierten in der Rotlichtszene schwankt zwischen 50.000 und 400.000 Frauen. Diese große Spannbreite erklärt sich durch die unterschiedliche Betrachtungsweise. Während die Einen nur die hauptberuflichen Prostituierten zählen, rechnen die Anderen auch die Teilzeit- und Gelegenheitsprostituierten dazu. Nach Schätzungen der Bundesregierung arbeiten bundesweit ca. 400.000 Frauen in der Prostitution. 1,2 bis 1,5 Mio. Männer nehmen täglich die sexuellen Dienstleistungen von Prostituierten in Anspruch. In Hamburg arbeiten nach Polizeiangaben 3.700 bis 4.000 Prostituierte, davon 1.950 mit Migrationshintergrund. Beratungsstellen hingegen gehen von 4.000 bis 6.000 aus. Die meisten Frauen in Hamburg (2.300) arbeiten in Clubs oder Modellwohnungen, über die Hälfte von ihnen illegal (1.500). In der Straßen- und Bordellprostitution St. Paulis arbeiten über 500 Frauen, in St. Georg ca. 660 (überwiegend Beschaffungsprostitution). Ca. 200, vorwiegend deutsche Frauen arbeiten im Hotelservice oder bieten sexuelle Dienstleistungen in Bars und Lokalen an.
Nach jüngsten Berechnung wird in der Prostitution in Deutschland ein jährliches Gesamteinkommen von 14,5 Mrd. Euro erzielt. Zum Vergleich: Der Jahresumsatz 2002 der Bertelsmann AG lag bei 18,2 Mrd. Euro, der der MAN AG bei 15 Mrd. Euro, und Karstadt Quelle setzte 15,2 Mrd. Euro um. Im Durchschnitt verdient eine Prostituierte demnach 200 bis 300 Euro am Tag, ihr monatliches Durchschnittseinkommen hingegen beträgt nur 1.500 Euro, in Berlin sogar nur 1.000 Euro. Der Löwenanteil des Geldes fließt in die Taschen der Zuhälter. Daneben profitieren hauptsächlich die Immobilienbesitzer. Modellwohnungen etwa kosten in Hamburg bis zu 50 Euro pro Quadratmeter. Die Tagesmieten für einen Arbeitsplatz liegen in Hamburg bei ca. 175 Euro. Der Preis für professionellen Sex liegt bei 75-80 Euro. Davon kassieren Zuhälter und Zimmervermieter je 25 Euro. Einem Zuhälter bringt eine Prostituierte jährlich im Durchschnitt 107.000 Euro ein.
Über die Hälfte der Sex-Arbeiterinnen in Deutschland sind Migrantinnen, in Hamburg sind es sogar 60-70%. Gemeint sind Frauen aus Nicht-EU-Staaten, die sich hier auf der Basis eines Touristenvisums oder aber ohne jede Aufenthaltserlaubnis aufhalten. Nach Angaben von Amnesty for Women sind die Hauptherkunftsgebiete Osteuropa (56%), Lateinamerika (16%), Afrika (16%) und Südostasien (12%).



Leserkommentare